Frage 06:

Welche Bedeutung hatte das Judentum für Jesus?

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Für die heutige Jesusforschung ist klar: Jesus war ein selbstverständlicher Teil des Judentums seiner Zeit. Erst sehr viel später wurde die von ihm begründete Bewegung als Christentum bezeichnet. Jesus selbst hat eine solche Entwicklung oder gar Trennung weder beabsichtigt noch deutete sich eine solche Entwicklung im Laufe seines Wirkens schon an.

Vielmehr wollte er eine Erneuerung Israels anstoßen und keine Gemeinschaft außerhalb des Judentums aufbauen. Allerdings ist auch unbestreitbar, dass der Nazarener Entwicklungen angeregt hat, die später zur Trennung von Judentum und Christentum führten.

Dennoch gilt: Man kann sein Wirken und seine Verkündigung nur innerhalb des Judentums seiner Zeit angemessen verstehen!

Jesus teilte die grundlegenden Überzeugungen des jüdischen Glaubens:

  • Im Mittelpunkt steht sein Glaube an den einen Gott Jahweh: Dieser hat Israel erwählt, einen Bund mit ihnen geschlossen und Israel das Gesetz, die Tora, als Inhalt dieses Bundes gegeben.
  • Das Schema zu diesem einzigen Gott wurde möglicherweise jeden Morgen und Abend gesprochen: (Dtn 6,4-7)